EREIGNISSE UND ENTWICKLUNGEN / BAKER HUGHES DEUTSCHLAND

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts begann die erste gezielte Suche nach Erdöl in Europa: In Wietze bei Celle wurde man 1858 erstmals fündig. Celle galt als Zentrum der überwiegend in Norddeutschland liegenden Ölfelder. Bedeutende Ölfirmen ließen sich hier nieder.

1957
Am 5. August 1957 gründet George Christensen in Celle die Christensen Diamond Products GmbH mit zunächst sieben Mitarbeitern. Diamantbohrmeißel verschiedenster Ausführung stellen das Produktprogramm dar. Zu dieser Zeit arbeiten in Deutschland etwa 130 Tiefbohranlagen. In Celle haben bedeutende Ölfirmen und Zulieferer ihre Niederlassungen. Hier ist das Zentrum der überwiegend in Norddeutschland liegenden Ölfelder.
1963
Baker gründet in Celle die Niederlassung von Baker Oil Tools.
1967
Angesichts des großen Unternehmenserfolges wird das Fertigungs- und Verkaufsprogramm um Stabilisatoren sowie um Bohrwerkzeuge für den Bergbau und die Bauindustrie erweitert. Christensen erschließt sich von Celle aus nun auch neue Märkte in Osteuropa, Holland und in Österreich.  
1974
Christensen Celle beginnt mit der Entwicklung und Fertigung von komplizierteren mechanischen Untertagewerkzeugen, wie Stoßdämpfern und Schlagscheren. Außerdem werden neuartige Bohrmeißel mit synthetischen polykristallinen Diamantschneidplatten entwickelt und weltweit erstmals in den Markt eingeführt.
1976
Christensen entwickelt die Navi-Drill-Untertagebohrmotoren für den Direktantrieb der Bohrmeißel und beginnt mit deren Fertigung und dem Vertrieb.  
1977 -1984
Norton – weltgrößter Schleifmittelhersteller- kauft alle Anteile der Christensen Diamond Products Company und gibt der Firma den neuen Namen Norton Christensen. Norton erwirbt damit auch die GmbH in Celle. Das Gebäude für den ersten Navi-Drill-Teststand entsteht, die Keimzelle der heutigen Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Kein anderes Unternehmen stellt in jener Zeit weltweit so viele Diamantmeißel und Kernbohrkronen her wie Norton Christensen. Auch für downhole tools und Untertagebohrmotoren wird das Unternehmen der führende Anbieter.  
1986 - 1990
Norton vereinigt die Firmen Eastman Whipstock mit mehr als 50 Jahren Erfahrung im Richtbohren und Norton Christensen, dem Marktführer im Diamantbohren, Kernen und bei Untertagebohrmotoren. Es entsteht Eastman Christensen als einer der weltweit führenden Anbieter von technologisch hochwertigen Produkten und dem damit verbundenen Service für das Bohren nach Erdöl und Erdgas. Das Serviceangebot umfasst sowohl die Bohrplanung als auch die Ausführung von Richt- und Horizontalbohrungen. Diamantmeißel, Untertagemotoren und elektronische Instrumente zur Bohrlochvermessung und Positionsbestimmung werden entwickelt und produziert. Die internationale Firma operiert mit 46 Niederlassungen in 24 Ländern und beschäftigt weltweit über 2.000 Mitarbeiter. Die Eastman Christensen GmbH in Celle baut die herausragende Position in der Entwicklung und Fertigung von Bohrsystemen weiter aus.
1990
Baker Hughes erwirbt aus strategischen Überlegungen Eastman Christensen von Norton und gliedert das Unternehmen in den Konzern ein. In Celle werden weiterhin Bohrsysteme entwickelt, gefertigt und vertrieben. Celle beginnt in dieser Zeit bereits mit den grundlegenden Arbeiten zu elektronisch gesteuerten, automatischen Richtbohrsystemen. Diese schaffen die Voraussetzung für die erfolgreiche Abteufung der kontinentalen Tiefbohrung in der Oberpfalz (9100 m).  
1992
Baker Hughes erwirbt Teleco, den Marktführer für Messungen, die während des Bohrens durchgeführt werden, und schafft Synergien durch die Zusammenlegungen von Eastman Christensen und Teleco zu Eastman Teleco und von Hughes Tool, dem Rollenmeißelhersteller, mit dem Diamantmeißelbereich von EC zu Hughes Christensen.
1993 - 1998
Unsere Kunden, die großen Ölfirmen, entschließen sich Anfang der neunziger Jahre, mehr Aufgaben an die Servicefirmen abzugeben. Um dieser neuen Anforderung gerecht zu werden, fasst Baker Hughes fünf Einzelfirmen zu einer neuen schlagkräftigen Division zusammen. Aus Eastman Teleco, Exlog, Develco, Milpark und Baker Sand Control entsteht im April 1993 Baker Hughes INTEQ. 1998 schließt sich Baker Hughes mit Western Atlas zusammen und erweitert und vervollständigt damit sein Serviceangebot um die seismische Vorerkundung und die kabelgebundene Vermessung von Bohrlöchern und Lagerstätten.
In Celle zieht Baker Oil Tools 1996 nach einer Erweiterung der Verwaltungsbüros, der Fertigungs- und Lagerbereiche auf das Gelände von Baker Hughes INTEQ.
1998 - 2004
Die Bohrindustrie verändert sich zunehmend. Die beteiligten Firmen auf Kunden- und Serviceseite werden durch Fusionen größer und weniger. Die großen Firmen legen Geschäftsfelder zusammen, wie zum Beispiel auch Baker Hughes mit einem Mitbewerber die seismische Vorerkundung im Joint Venture Western Geco bündelt. Baker Hughes verkauft Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft der Öl- und Gasserviceindustrie gehören.

Die verschiedenen Disziplinen verzahnen sich mehr und mehr. Formationseigenschaften werden immer häufiger schon während des Bohrens gemessen und ausgewertet, statt zeitaufwändig später. In Celle werden nun auch Untertagemessgeräte entwickelt und gefertigt. Baker Hughes INTEQ expandiert weiter in Celle und gliedert sich neu. Der Bereich Bohrmotoren und Kernbohren bekommt seine eigene Organisation MCT auf dem erweiterten Firmengelände. Neben dem Servicegeschäft wird parallel der Direktverkauf von Werkzeugen eingeführt. Das Geschäft mit Bohrspülungen wird als eigene Division mit dem Namen Baker Hughes Drilling Fluids ausgegliedert.
 
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